1. auf die Bedeutung von Aufgabenstellungen und Kommunikationsmustern für Lernprozesse im Deutschunterricht: Kern des Forschungsschwerpunkts ist es, vor dem Hintergrund der PISA-Studie Aufgabenarrangements im Lernbereich "Umgang mit Texten" zu reflektieren. Zwei Linien werden dabei besonders akzentuiert: zum einen die Bedeutung von Tests und Lernstrategien für die Textverstehenskompetenz bzw. deren Entwicklung, zum anderen die Dimensionierung des Rahmens (eng vs. weit , geschlossen vs. offen), den Aufgabenstellungen für die Lerner bieten und innerhalb dessen sowohl der Lösungsprozess angesiedelt ist als auch das erwartete Resultat beschreibbar wird.
2. auf die Demokratieerziehung durch Entwicklung sprachlicher Kompetenz: Auf der Folie des Modellversuchsprogramms "Demokratie lernen und leben" der Bund-Länder-Kommission für Bildungsplanung und Forschungsförderung wird Deutschunterricht als Raum modelliert, in dem "Demokratie erfahren [wird] durch die Verbindung von Zugehörigkeit, Mitwirkung, Anerkennung und Verantwortung". Fachspezifisch geht es um den Beitrag der Unterrichtskommunikation zur Entwicklung von Wahrnehmungs- und Kommunikationsfähigkeit. Besonderes Interesse gilt der Fähigkeit zur Selbst- und Fremdwahrnehmung im Umgang mit Heterogenität.
3. auf die Geschichte des Literaturunterrichts nach 1945 im Kontext der politischen und kulturellen Rahmenbedingungen: Erforscht wird nicht nur die Rezeption einzelner Schulautoren im Osten und Westen der Republik, sondern auch - im Kontext eines geplanten Graduiertenkollegs - die länderspezifische Ausrichtung von Schulpolitik und Lehrplanarbeit in der Dekade 1945 bis 1955. Es geht sowohl darum, am Beispiel des Literaturunterrichts die Kulturpolitik der Besatzungsmächte zu vergleichen als auch zu zeigen, dass nach 1945 bildungspolitische Direktiven der Militärregierungen auf der Basis je eigener Traditionen in ganz unterschiedlichen und teilweise noch wenig erforschten Formen umgesetzt wurden.